29.02.2020, Braunschweig, B58

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29.02.2020, Braunschweig, B58 REVIEW Manche Tage sind so dermaßen verrückt, daß man sogar beim Nachdenken im Nachhinein nur über sie schmunzeln kann. Der 29.Februar 2020 war so ein Tag für uns. Dabei hatte alles zunächst völlig normal begonnen, Monate vorher...: Accy hatte uns im Proberaum gefragt, ob wir Bock hätten, beim "Steel held high" des Hotel 666 im Februar 2020 mitzumachen. Es läge eine konkrete Anfrage vor für den 29.02.2020 im B58 in Braunschweig. Nun, wir hatten lange nicht mehr in BS gezockt, und das B58 spielt ja im Leben von King Leoric - als Geburtsort quasi - schon eine ziemlich schöne Rolle. Also sagten wir erfreut zu. Es sollte ab Nachmittag irgendwann losgehen, und als altgediente Braunschweiger Lokalmatadoren sollten wir "irgendwo im vorderen Mittelfeld" für ne Stunde auftreten. So war es uns angetragen worden, und darauf waren wir eingestellt. Ungefähr 4 Wochen vor dem S.H.H. kam dann ein Ablaufplan als PDF rein, der die Gesichter dann allerdings etwas länger werden ließ: Als Opener hatte man uns eingeplant. Um 15.30h. Na toll... Irgendwie kamen wir uns vor wie das Rahmenprogramm. Aber egal, je eher dabei, je eher davon. Würde es halt eine öffentliche Probe werden, nur für den Mischer und die Thekenkraft. Und irgendwer mußte ja auch anfangen. Als der 29.02.2020 dann endlich da war, hätten wir das Ganze aber fast doch noch abblasen müssen, denn Jensi erwachte morgens komplett stimmlos. Er lag schon einige Tage darnieder, wodurch wir auch die letzte Probe vor dem Gig schon nicht spielen konnten. Aber nun wurde es wirklich langsam kritisch, denn es waren nur noch 8h bis zur Show! Da half nur noch das Zaubermittel UMCKALOABO, wofür Jensi extra noch morgens in die Apotheke fuhr. Irgendwann gegen 13.20h waren wir dann aber alle einigermaßen heil im B58 angekommen. Als Marvin und Nico Jensi nach seiner Form fragten, flötete dieser nur ein melodiöses "Umckaaa-loaa-boooo...", und fügte zwinkernd krächzend hinzu: "Sind doch noch zwei Stunden Zeit! Macht Euch keine Sorgen...". Aha... Wenigstens waren unsere beiden erwarteten Gäste - der Mischer und die Thekenkraft - schon da. Und so machten wir uns auf, für das gefühlt sinnloseste Konzert überhaupt aufzurödeln: Für ne Stunde am Nachmittag ohne Fans und mit nem stark angeschlagenen Sänger... Öffentliche Probe halt - mit Handicap... Nach knapp anderthalb Stunden waren wir mit dem ganzen Rödeln durch, es war knapp 15.00 als wir den Backstage Raum enterten, um etwas zu mampfen und noch ein wenig zu chillen. Mittlerweile hatte Jensi sich wohl die fünfte Dosis "Umcka" gegeben. Dann war es soweit: Um 15.25 flötete Jensi engelsgleich: "Auf geht´s Jungs, Hop hop!". Nico sah Jensi nur ungläubig an und fragte: "Äh... - wo haste denn auf einmal Deine Stimme wieder her?". Ja, unfassbar. Unser Jensi war punktgenau wieder auf Sendung. Na wenigstens was. Als wir in den Konzertraum zurückkehrten, mußten wir feststellen, daß aus uns schier unerklärlichen Gründen sich nun doch schon eine gewisse Handvoll Metalheads im B58 eingefunden hatten. Während wir uns im Bühnenauslauf aufmunitionierten, wurden aus dieser Handvoll bereits zwei gute Hände, dann knapp 30, 50, 70 Metaller... Quasi alle 10 Sekunden guckte eine weitere Kutte durch die Türe, und als wir dann endlich überpünktlich um 15.30h loslegten, war der Zuhörerraum... - VOLL !!! Oder zumindest so gut, wie. Wie geil war das denn? Wo kamen die alle her? Und was wollten die hier? Dann begann unser Reigen, selbstverständlich legten wir mit "King Leoric is rising" los. Und spätestens jetzt sahen wir, was die vielen Leute da im Publikum vor uns wollten: Uns abfeiern!!! So textsicher und feierwütig ab dem ersten Akkord wie sich diese Headbanger gaben, handelte es sich hier nicht um Leute, die zufällig um 15.30h ins B58 gekommen waren, um "mal zu gucken". Nein, diese Metal-Meute war bewußt und ganz genau wegen Uns hier vor der Bühne. Und feierte uns ab wie selten erlebt. Wir waren für einen Moment sprachlos... Daß wir einen guten Ruf in der Szene und eine einigermaßen große Fanbase haben, das wußten wir. Daß wir auf diese allerdings auch schon nachmittags um 15.30h zählen können, das hat uns doch zunächst überrascht und dann sehr, sehr stolz gemacht. Solche Auftritte, bei denen das Publikum in großer Zahl Attacke macht von Beginn an, entwickeln sich meistens zu einer Art "Adrenalin-Ping-Pong": Je mehr die Leute abgehen, desto mehr hängt man sich rein, und je mehr man sich reinhängt, desto mehr geht das Publikum steil. Solche Shows setzen unglaubliche Kräfte frei. Man spielt, wie im Rausch. Dann funktionieren auf einmal auch all jene Dinge, die einem sonst um die Ohren fliegen.
Leider hatte dieser Rausch dann nach sechzig Minuten aber auch wieder sein Ende. Unsere |






Die Bilder stammen alle von der Facebookseite vom Hotel 666.
Dankeschön...!!!