11.10.2014, Eschwege, E-Werk


11.10.2014, Long Heavy Night Eschwege


Zum Ende des Jahres 2014 spielten wir das zweite
Mal auf der Veranstaltung "Long Heavy Night" in Eschwege.
Dieses Event fandt nun schon zum 6. Mal statt, womit es
als eines der langlebigeren Festivals zählen darf.
Auf den "LHN"-Shows spielen immer 4 Bands, wobei die
letzte den Headliner gibt und meist ein überregional
bekannter und erfolgreicher Act ist. Die anderen drei
Bands sind eher kleineren Kalibers, was allerdings
nichts über ihre musikalischen Qualitäten aussagt!

So war es auch dieses Jahr. Den Opener gaben die
"Ugly earthlings", eine Black-Sabbath-Tribute Band,
dann folgte die Hamburger "Piraten-Metal" Truppe
"Seven Seas", bevor nach uns dann mit "Ohrenfeindt"
der Headliner spielen sollte. So weit so gut.

Dieser Auftritt sollte etwas ganz besonderes für uns
werden, sollte Patsche doch hier seinen vorerst letzten
Gig mit und für uns bestreiten. Und es wurde ein ganz
besonderer Gig, wenn auch teilweise besonders seltsam,
und das unabhängig von Patsche... :-)

Vorweg genommen: Die Orga war 1a! Es gab eine Backstage-
Area, super leckeres Essen, genügend kaltes Bier, aus-
reichend Platz für die Instrumente sowie Tische und
Stühle für alle. Wenn man lange genug als Musikant
unterwegs ist, dann weiß man das zu schätzen, glaubt mir!
Leider erkennt man auch am Gebahren der Herren und Damen
Kollegen, daß so manchem ein paar weitere Jahre Weide
offensichtlich gut tun würden, um die Annehmlichkeiten
zu schätzen, wenn sie ihm dargeboten werden.

Die Unart, die Teller nur halb abzuessen, ist ja schon
grenzwertig, sofern sich jeder selbst auftut. Diese
halbvollen Restteller dann jedoch auch noch auf dem
Tisch stehen zu lassen, um gar noch drin rumzumatschen,
ist schlichtweg dreist und ekelhaft.

Und wo nach dem Gig die 25 nur halb ausgetrunkenen
Bierflaschen herkamen, weiß sicherlich auch nur der
heilige Alkoholikus... :-(

Egal, ihr wollt ja eigentlich wissen, was auf und vor
der Bühne abging, und nicht dahinter, gelle?

Nun, wir sollten unsere Show 21.00h starten, und 75min
gehen. Der Zeitplan war ziemlich unerbittlich, da der Headliner
90min spielen sollte, und gegen 0.00h wieder Ruhe im
beschaulichen Eschwege einzukehren hatte.

Daß uns flotte Umbaupausen genau so liegen wie punktgenaue
Setlists haben wir mehr, als einmal bewiesen. Insofern hätte
alles glatt abgehen können um 21.00h, wenn da nicht die Sache
mit dem Soundcheck gewesen wäre...

Eigentlich machen bei solchen Events nur der Headliner
einen Soundcheck, sowie die erste Band. Beides passiert
vor Beginn der gesamten Veranstaltung. Alle folgenden Bands
machen nur einen "Linecheck", spielen also über die
Einstellungen ihrer Vorgänger, und der Mischer passt nur
noch an. Da hatten auch wir bisher die besten Erfahrungen
mit gemacht. Bisher...

Heute war alles anders. Als wir unseren Check durchliefen,
waberte uns eine solch gewaltige Bass-Masse-Rückkopplung
um die Beine, daß es nicht möglich war, den anderen im
Soundmatsch zu erkennen. Dann Hammer-Aussage des Mixers
auf unsere Bitte, den Bass vom Monitor zu nehmen: "Nö, der
ist gar nicht drauf!". Aha...

Solche Mätzchen zogen sich quer durch unsere komplette Show.
Ständig brummte es irgendwo, wofür es an anderer Stelle
mysteriös ausfiel. Die bassige Rückkopplung (Anm.: Schlicht-
weg die Basedrum falsch mikrofoniert!) war uns treu, wie
ein kleiner Hund. Während der Ansagen konnte sie vom Mixer
gemutet werden, während der Songs allerdings setzte sie uns
so richtig zu... :-(

Sagen wir es diplomatisch: Das war sicherlich nicht der
beste Sound, den wir je hatten...

Trotzdem ackerten wir uns durch diesen denkwürdigen Set,
immer im Hinterkopf, daß wir den jeweils grad vorgetragenen
Song heut wohl das letzte Mal mit Patsche spielen würden.

Da lag viel Wehmut mit im Spiel, aber auch gewaltiger Stolz
auf die vergangenen 12,5 Jahre. Dann kam mit "Gods of Heavy
Metal" der Moment für die ganz großen Gesten: Zu Beginn des
Songs rollten ein paar Zuschauer ein großes Banner mit der
simplen Aufschrift "Danke Patsche" aus und hielten es hoch.
Wie geil!

Dann der Moment der Bandvorstellung, und als Patsche vor-
gestellt wurde, beugten Accy und ich das Knie vor ihm. Sehr
coole Szene, sehr pathetisch... Aber Patsche wäre ja nicht
Patsche, wenn er nicht eine eigene Interpretation der Sachlage
gehabt hätte. Und so kletterte er, während wir anderen auf der
Bühne rumrutschten vor ihm, einfach heimlich auf das Drumpodest
zu Nico. "Ich bin dann mal weg".
Auf dem Video sieht das zum Schreien aus... :-)

Irgendwann war dann aber auch dieser Gig Geschichte. Zum
Abschluß knuddelten wir unseren Björn nochmal bis kurz vor dem
Luftwegbleiben, und dann verließen wir die Bühnenbretter ein
letztes Mal in dieser Formation.

Damit schloß sich ein Kapitel der Historie unser Band.
Ein Kapitel, welches man nur mit den Worten bezeichnen kann,
die wir oben schon bemüht haben:

"Danke Patsche!"

Prost!





























































Pix by Sternchen

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